Projekte

Auf dieser Seite möchte ich Ihnen einige ausgewählte Projekte, an denen ich beteiligt war, vorstellen.

2001: Evaluation der Kundenzufriedenheit in Schwimmbädern
Schon zu meiner Studienzeit, im Jahr 2001, habe ich mich mit dem Thema Evaluation befasst. Zum Diplomstudium Psychologie in Braunschweig gehörte auch das sogenannte „Experimentalpsychologische Praktikum“. Die Studierendengruppe, deren Mitglied ich war, bekam aber nicht die Aufgabe, Experimente durchzuführen, sondern wir sollten uns unter der Anleitung von Herrn Dr. Torsten Futterer mit dem Thema Evaluation, insbesondere mit der Erforschung von Kundenzufriedenheit, befassen.
So kam es, dass ein paar junge Psychologiestudierende und ich im Rahmen des Praktikums in Kooperation mit der Stadtbad Braunschweig Sport und Freizeit GmbH die Badegäste an den Standorten Gliesmarode und Heidberg nach Ihrer Einschätzung der Bäder befragten.
Und das machten wir, wie man so schön in der Wissenschaft sagt, „im Feld“. Im Bad. Am Becken. Quasi mit der Badekappe auf dem Kopf und dem Fragebogen in der Hand.
Diese Forschung „draußen“ war sehr spannend für mich, weil mir dort bewusst wurde, dass man eigentlich überall, also auch außerhalb von Hörsaal, Labor und Praxis, sinnvoll Psychologie betreiben kann.
In einem kleinen Folgeprojekt erhoben wir dann mit einer freieren Interviewmethode Kundenwünsche für ein zu planendes Bad. Diese Angaben flossen dann in die Konzeption der „Wasserwelt“ mit ein.
Diese Projekte waren sehr spannend, vor allem auch weil wir die Evaluation von Anfang bis Ende gestalten konnten. Vor der Entwicklung und Festlegung der Fragestellung gemeisam mit unserer Kooperationspartnerin, der Stadtbad Braunschweig Sport und Freizeit GmbH, dem „Bau“ des Erhebungsinstrumentes, einem Fragebogen (oder einem Interviewleitfaden im Folgeprojekt), der Befragung an sich und der Auswertung der Daten in SPSS, bis hin zur Edition des Forschungsberichtes und der Gestaltung einer Veranstaltung zur Präsentation der Ergebnisse.
Diese Projekte weckten mein Interesse an Befragungen und Interviews unter eher „besonderen“ Umständen und Analysen von Daten, die, zumindest auf den ersten Blick, vielleicht nicht psychologisch relevant aussehen, es aber doch irgendwie sind.
Und dieses Interesse habe ich noch heute.

2005: Qualitative Evaluation des IfN-Content-Browsers
Gegen Ende meines Studiums habe ich in einem Kooperationsprojekt zwischen dem Institut für Nachrichtentechnik (IfN) und dem Institut für Psychologie der TU Braunschweig gearbeitet. Im Rahmen dies Projektes haben wir den IfN-Content-Browser qualitativ evaluiert.
Der IfN-Content-Browser ist eine Software, die es ermöglicht, Medieninhalte zu suchen und Lehrveranstaltungen wie Vorlesungen und Seminare in Ihrem Ablauf zu planen und die von der Dozentin oder dem Dozentin ausgewählten Medien wie Texte, Bilder und Videos in eine Reihenfolge zu bringen.
So entsteht quasi ein „Drehbuch“ für die Veranstaltung.
Im Rahmen unserer qualitativen Evaluation haben wir Lehrende, vor allem aus dem ingenieurwissenschaftlichem Bereich, gebeten, das Tool in Ihren Vorlesungen und Seminaren einzusetzen und uns dann in einem teilstrukturiertem Interview Fragen dazu zu beantworten.
Die Ergebnisse der Evaluation flossen dann in die ingenieurwissenschaftliche Dissertation von Herrn Mark Painter ein. Ihr Titel lautet:

Mark Painter
Elektronische Medien in der Hochschullehre – Metadaten und Zugriffsstrukturen
Shaker-Verlag Aachen 2006,
ISBN 3-8322-5152-9

Leider war die Stichprobe recht klein, insofern hatten die Ergebnisse nur einen recht begrenzten Geltungsbereich.
Aber auch war die Kooperation mit Nicht-Psychologen äußerst spannend.

2007: Evaluation der Veranstaltungen der Evangelischen Erwachsenenbildung Niedersachsen
Im Jahr 2007 haben eine Kollegin und ich die Kursangebote der Evangelischen Erwachsenenbildung Niedersachsen aus dem Jahr 2006 untersucht. Uns oblag die Auswertung der Teilnehmer- und Leiterbefragung.
Es war sehr interessant, ein so großes umfassendes und „flächendeckendes“ Projekt mit einer großen Stichprobe unterschiedlicher Personen bei einer bedeutenden Institution der sozialen Arbeit zu übernehmen.

2010: Psychische Belastung in Abhängigkeit von der Persönlichkeit bei Notärzten
Ab 2010 habe ich zusammen mit anderen Kolleginnen und Kollegen und Herrn Prof. Dr. Frank-Gerald B. Pajonk die Abhägigkeit der psychischen Belastung von Persönlichkeitseigenschaften bei Notärzten untersucht.
Wir haben mithilfe des Hamburger Persönlichkeitsinventars die Persönlichkeit der Notärzte erhoben und diese mit einer Clusteranalyse in vier Gruppen eingeteilt. Die Gruppen waren „die Ängstlichen“, „die Unkonventionellen“, „die Krisenmanager“ und „die Unterkühlten“.
Wir konnten zeigen, dass diese Cluster sich im durchschnittlichen Ausmaß der Werte für posttraumatische Belastung, Burn-Out und Depression zumindest teilweise voneinander unterscheiden. Dies ist ein wichtiges Ergebnis gerade für die Ausbildung und Auswahl angehender Notärztinnen und Notärzte. Denn es zeigt, dass nicht nur fachliche Kenntnisse bedeutsam für die Ausübung dieser sehr wichtigen aber auch sehr stressbehafteten Tätigkeit sind. Allgemeine Persönlichkeitseigenschaften tragen dazu bei, wie sich diese Belastung auf das Befinden der Ärztinnen und Ärzte auswirkt. Dieser Befund könnte beispielsweise in der Aus- und Weiterbildung und bei Unterstützungsangeboten für betroffene Ärztinnen und Ärzte berücksichtigt werden.

Die Studie ist in folgenden Beiträgen veröffentlicht worden:

Pajonk, F.-G., Cransac, P., Teichmann, A. & Weth, I. (2010). Psychische Belastung in Abhängigkeit von der Persönlichkeit bei Notärzten. In F. W. Schwartz & P. Angerer (Hrsg.), Arbeitsbedingungen und Befinden von Ärztinnen und Ärzten (Report Versorgungsforschung, Bd. 3, S. 301–311). Köln: Dt. Ärzte-Verl.

Pajonk, F.-G., Andresen, B., Schneider-Axmann, T., Teichmann, A., Gartner, U., Lubda, J. et al. (2011). Personality traits of emergency physicians and paramedics. Emergency Medicine Journal, 28 (2), 141–146.

Pajonk, F.-G. B., Cransac, P., Müller, V., Teichmann, A. & Meyer, W. (2012). Trauma and stress-related disorders in German emergency physicians: the predictive role of personality factors. International journal of emergency mental health, 14 (4), 257–268.

Meine Aufgabe innerhalb des Projektes bestand auch darin, eine Lösung für das Reihenfolgeproblem bei der k-Means-Clusteranalyse zu finden.
Da die Stichprobe mit einer Gesamtgröße von 490 Personen recht groß war, planten wir, für die Einteilung der Personen in Persönlichkeitscluster eine k-Means-Clusteranalyse zu verwenden. Diese hat aber ein Reihenfolgeproblem, was bedeutet, dass die Ergebnisse von der Reihenfolge abhängig sind, in der man die Personen in die Analyse aufnimmt.
Da diese Reihenfolge aber zufällig war, sollte sie kein Einfluss auf das Ergebnis haben.
Auch wenn wiederholte Analysen mit zufällig veränderter Reihenfolge zeigten, dass der Reihenfolgeeffekt nur sehr klein und inhaltlich wohl kaum bedeutsam war, entschieden wir uns, ein anderes Clusterverfahren einzusetzen. Die Ergebnisse einer Ward-Analyse sind von der Reihenfolge der Personen unabhägig.
Das Problem war nur, dass eine Ward-Analyse bei ein einer großen Stichprobe manchmal nicht in SPSS umsetzbar ist.
Aber es gelang mir, die Einstellungen für die Analyse so zu verändern, dass wir auch mit 490 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine Ward-Analyse rechnen konnten.
Und damit war das Problem gelöst.

2012: Auswertung eines Schulprojekts des Zentrums für integrative Lerntherapie e. V.
Mit einer Kollegin habe ich 2012 die Auswertung eines Schulprojekts des Zentrums für integrative Lerntherapie e. V.übernommen. Das Zentrum bot im Jahr 2011 ein Förderangebot im Fach Deutsch an. Verglichen wurden geförderte und nicht geförderte Kinder zu zwei Zeitpunkten vor und nach einer möglichen Förderung. Für mich war es sehr spannend, Praktikerinnen und Praktiker bei der Analyse eines besonderen Angebots aus dem Bildungsbereich zu unterstützen.

2013: „Mit dem Strom, gegen den Strom.“
Während meiner Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Psychologie in Braunschweig habe ich gemeinsam mit Prof. Dr. Werner Deutsch und Prof. Dr. Dieter Lüttge ein Buch zur Geschichte der Psychologie in Braunschweig herausgegeben. Es trägt den Titel

„Mit dem Strom, gegen den Strom: Zur Geschichte der Psychologie in Braunschweig.“

Dies war ein Projekt, was ich sehr interessant fand. Zwar habe ich als Herausgeber nicht viel zum schlussendlichen Text des Buches beigetragen, die Beiträge stammen ja von anderen Autorinnen und Autoren.
Aber die vorbereitende Recherche, die Suche in den Archiven, haben mich auch mit der Arbeit mit Quellen, auf die man in der „üblichen“ psychologischen Arbeit selten stößt, vertraut gemacht.
Und die Kommunikation mit meinen Mitherausgebern und mit dem Autorinnen und Autoren sowie dem Verlag war mir sehr wichtig.
Auch habe ich mich mit einer Hilfskraft um die letzten Korrekturen und die Erstellung der Druckvorlage als PDF gekümmert. Das war auch von der technischen Seite her interessant.
Ich glaube, wir haben dann, wenn leider auch etwas später als geplant, doch alles gut unter einen Hut gekriegt.

Hier die bibliographischen Angaben:

Deutsch, W., Lüttge, D. & Teichmann, A. (Hrsg.). (2013). Mit dem Strom, gegen den Strom: Zur Geschichte der Psychologie in Braunschweig. Frankfurt: Peter Lang.

All dies hat mir sehr viel Freude bereitet, auch wenn Herr Prof. Dr. Deutsch bei der Abfassung des Buches leider verstorben ist.

Damals: Meine Diplomarbeit
Aber eigentlich begann 2005 alles mit meiner Diplomarbeit. Ich schrieb sie zusammen mit einer lieben Kollegin. Die Arbeit trägt den Titel

„Kinder, Eltern und Fernsehnachrichten. Eine vergleichende Interviewstudie zu logo! und Tagesschau.“

Wir haben Kinder und deren Eltern ausgewählte Nachrichtenbeiträge aus „logo!“ und der „Tagesschau“ zu verschieden Themen im Vergleich gezeigt, und mithilfe eines teilstrukturierten Interviews befragt.
Für mich war es spannend, unsere kleinen und großen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner zu Hause zu besuchen und und zu erforschen, welche Bedeutungen Nachrichten für Kinder und Eltern haben, was sie daraus „mitnehmen“ und wie damit umgegangen wird. Insbesondere, weil wir die Interviews zuhause durchführten, habe ich einen sehr guten Eindruck über die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewinnen können. Das macht Forschung im Feld für mich so wertvoll.
Was ich aber auch aus dem Projekt mitgenommen habe, ist die Kenntnis, wie man Medieninhalte, wie zum Beispiel Fernsehnachrichten, psychologisch auswerten und analysieren kann.
Und ein sehr spannendes Ergebnis war auch, dass die Kindersendung „logo!“ auch für Erwachsene interessante Inhalte bieten kann.

Heute: Ein kleines, privates Projekt
Als ich das Seminar „Medien der individuellen Kommunikation“ für meinen Lehrauftrag am Institut für Pädagogische Psychologie plante, hatte ich die Idee, verschiedene typische Lebensereignisse zu behandeln und zu schauen, wie bei diesen Ereignissen mit Medien kommuniziert wird. Wie kommunizieren wir über berufliche Veränderungen? Wie über den Beginn einer Liebe? Wie über das Ende? Wie drücken wir den Tod eines oder einer nahen Angehörigen oder einer Freundin oder eines Freundes medial aus?
Als ich mein Seminar im ersten Entwurf fertig geplant und die verschiedenen Teilthemen auf die Termine verteilt hatte, fiel mir auf, dass ich ein ganz wesentliches Lebensereignis vergessen hatte, den Schulabschluss.
Und ich erinnerte mich, dass ich zu Abiturzeiten Mitglied in einer Abizeitungsredaktion war.
Als ich nach kurzer Recherche merkte, dass es, bis auf eine kleine, recht alte Arbeit, (fast) nichts psychologisches zum Thema Abschlusszeitungen oder Jahrbücher gab, hatte ich mein Thema.

So entstand das kleine, private Projekt „Absolventengeschichten“. Es beschäftigt mich noch heute.